Was die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz Schufa, so alles an Daten von Otto Normalverbraucher speichert – so richtig wusste man es ja nie …! Und ganz wohl gefühlt hat sich bei dem Gedanken daran wohl kaum einer, jedenfalls nicht, wenn er schon einmal einen Kredit aufgenommen hat oder irgendwo eine Rechnung länger „offen hatte“ als gedacht. Mit einer Gesetzesänderung im vergangenen Jahr sollte alles anders werden. Fortan konnten Verbraucher eine kostenlose Selbstauskunft bei der Schufa einholen. Wie zu erwarten, war der Andrang groß. Und er ist es bis heute. Jeden Tag rufen unzählige Bürger an und wollen wissen, was die Schufa über sie, das heißt über ihre finanzielle Situation, weiß oder glaubt zu wissen.
Da ist der Azubi, der einen Kredit möchte und nicht weiß, ob ihm seine Schulden beim Handyanbieter einen Strich durch die Rechnung machen könnten. Da ist die Hausfrau, die einfach einmal testen will, ob ihr kürzlich aufgenommener Kredit ohne Schufa auch wirklich nicht in die Schufa-Datei eingegangen ist. Der Hauseigentümer, der ein weiteres Darlehen braucht und sich eine Einschätzung seiner Chancen erhofft … Alle versprechen sie sich Klarheit über die Selbstauskunft. Doch die meisten sind nach ihrem Anruf beziehungsweise ihrer Online-Anmeldung und -Anfrage nicht wirklich schlauer als vorher. Der Grund: Die von der Schufa herausgegebenen Daten sind für den Laien nur schwer zu deuten. Er versteht auf gut Deutsch gesagt „nur Bahnhof“.
Haben die unbezahlten Rechnungen bei den Versandhäusern tatsächlich Einfluss auf meinen geplanten Kreditantrag? Ist mein ständig ausgereizter Dispo auf dem alten Konto schuld daran, dass ich keine Kreditkarte bei der neuen Bank bekomme? Wie beurteilen die Banken wohl aktuell meine Bonität? Nichts Genaues weiß man (leider immer noch) nicht. Von der kostenlosen Selbstauskunft enttäuscht zeigen sich dabei nicht nur die Verbraucher selber, sondern auch Verbraucherschützer. So bleibt es fraglich, ob sich eine Anfrage bei der Schufa lohnt. Immerhin: Einen Versuch ist es wert. Und selbst, wenn man danach nicht viel gewonnen hat, verloren hat man zumindest auch nichts – und das ist heutzutage doch schon mal was.
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